Story:
Der Pariser Gargoyle Grim ist ein steinerner Gesetzeshüter und dafür verantwortlich, dass kein Mensch von der Existenz seines Volkes erfährt.
Auf der anderen Seite ist da die junge Menschenfrau Mia, die über eine besondere Gabe verfügt: Sie ist eine “Seherin des Möglichen”, eine sogenannte Hartide.
Mia gerät in den Besitz eines Pergaments, das mit merkwürdigen, für sie nicht identifizierbaren Schriftzeichen bedeckt ist. Eines Tages kreuzen sich die Wege von Grim und Mia und gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach dem Schlüssel zum Geheimnis dieses Pergaments.

Meine Meinung:
Die oben geschilderte Story ist nur das Grundgerüst für eine sehr fantasievoll und einfallsreich erzählte Geschichte.
Mit knapp 700 Seiten ist das Buch sehr umfangreich und auch wenn die Geschichte zu keiner Zeit langweilig wird, habe ich rückblickend doch den Eindruck, man hätte sie hier und da etwas straffen können. Der Erzählstil ist insgesamt sehr flüssig, wenngleich mir einige Wiederholungen etwas störend aufgefallen sind. Gesa Schwartz hätte in der Sprache ruhig etwas variieren dürfen, wiederholen sich stellenweise doch ganze Sätze immer wieder aufs Neue (wie oft kam allein auf den ersten 100 Seiten der Satz „Grim stieß die Luft aus“ vor?).
Auf der anderen Seite sind da aber auch einige wundervolle und sehr greifbar beschriebene Passagen, von Gesa Schwartz genau auf den Punkt getroffen und atmosphärisch unheimlich dicht erzählt. Die Beschreibung der geheimen Bar, einem Treffpunkt für die Wesen der Anderswelt ist da ein gutes Beispiel. Einfallsreicher und detaillierter hätte man diese Szenen kaum erzählen können.
Wichtige Ereignisse werden hin und wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Ein Stilmittel, das hier ganz besonders gut passt, versorgt uns die Autorin auf diesem Weg doch nach und nach mit Puzzelteilen, die später von uns zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengesetzt werden. Auch für ihre Kreativität beim Erschaffen der Figuren muss ich Gesa Schwartz loben: Neben Elfen, Gargoyles, Nymphen und Co. gibt es von fliegenden Eseln, über menschenfressende Hunde bis zum besonders liebenswerten Hilfskobold „Remis“ einige sehr interessante Kreaturen zu entdecken.
Mein Fazit: Vor allem das unverbrauchte Fantasy-Szenario und die spannende Geschichte mit all ihren (mal mehr, mal weniger) liebenswerten Figuren haben es mir angetan.
Von den wenigen kleinen Schönheitsfehlern abgesehen, ist „Grim: Das Siegel des Feuers“ ein rundum gelungenes Fantasy-Buch! Wenn Ihr dem Genre also zugetan seid, tut Euch selbst einen Gefallen und schaut es Euch mal genauer an! Viel Spaß!

65 Antworten auf Grim: Das Siegel des Feuers – Gesa Schwartz

  • schdephy sagt:

    [..YouTube..] So, ich hab jetzt auch mal damit angefangen, dieses Buch zu lesen. Bin etwa an der Hälfte angekommen.
    Sehr stark ließ sich die Autorin wohl von Goliath aus der Zeichentrickserie “Gargoyles – Auf den Schwingen der Gerechtigkeit” inspirieren, denn Grims Charakter ist nahezu identisch.
    Ansonsten merkt man, daß sie sich sehr viel Mühe gegeben hat, nur Mia bleibt absolut schablonen- und klischeehaft.
    Trotz der oftmals zu ausufernden Beschreibungen kommen Actionszenen etwas zu kurz. Bis jetzt. :D

  • schdephy sagt:

    [..YouTube..] Zudem sollte vielleicht erwähnt werden, daß so ziemlich alle gängigen Fantasywesen auf relativ wenigen Seiten beschrieben werden – das wirkt absolut überladen und etwas gezwungen. Hier wäre weniger wesentlich mehr gewesen.

    Ok, jetzt höre ich aber auf zu kritisieren (bin recht kritisch veranlagt, glaube ich :D). Werde nun weiterlesen, aber wollte das nur erwähnen. :)

  • schdephy sagt:

    [..YouTube..] @Shaithe Da hast Du leider Recht. Etwas wirklich Innovatives gibt es im Fantasy-Bereich eigentlich gar nicht (hinzu kommt das typische Gut-Böse-Klischee). Liegt vielleicht auch daran, daß sich sämtliche Fantasy-Autoren nach wie vor an der Welt Tolkiens stark orientieren.

    Auch Markus Heitz ist da nicht besser.

  • schdephy sagt:

    [..YouTube..] Da hast Du leider Recht. Etwas wirklich Innovatives gibt es im Fantasy-Bereich eigentlich gar nicht (hinzu kommt das typische Gut-Böse-Klischee). Liegt vielleicht auch daran, daß sich sämtliche Fantasy-Autoren nach wie vor an der Welt Tolkiens stark orientieren.

    Auch Markus Heitz ist da nicht besser.

  • Shaithe sagt:

    [..YouTube..] @schdephy
    Leider. Im ersten Moment fällt mir nur die Harry-Potter-Reihe ein, die etwas Neues bietet. Aber die Monotonie im Fantasygenre hat sicherlich viel mit den Verlagen zutun, die lieber Altbewertes veröffentlichen, als sich an neue Geschichten zu wagen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine Leute mit innovativen Ideen gibt. Nur denen wird kaum (bis keine) Aufmerksamkeit geschenkt. Alles was neu ist, wird erst mal abgelehnt.

  • Shaithe sagt:

    [..YouTube..] Leider. Im ersten Moment fällt mir nur die Harry-Potter-Reihe ein, die etwas Neues bietet. Aber die Monotonie im Fantasygenre hat sicherlich viel mit den Verlagen zutun, die lieber Altbewertes veröffentlichen, als sich an neue Geschichten zu wagen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine Leute mit innovativen Ideen gibt. Nur denen wird kaum (bis keine) Aufmerksamkeit geschenkt. Alles was neu ist, wird erst mal abgelehnt.

  • Shaithe sagt:

    @schdephy Leider. Im ersten Moment fällt mir nur die Harry-Potter-Reihe
    ein, die etwas Neues bietet. Aber die Monotonie im Fantasygenre hat
    sicherlich viel mit den Verlagen zutun, die lieber Altbewertes
    veröffentlichen, als sich an neue Geschichten zu wagen. Ich kann mir nicht
    vorstellen, dass es keine Leute mit innovativen Ideen gibt. Nur denen wird
    kaum (bis keine) Aufmerksamkeit geschenkt. Alles was neu ist, wird erst mal
    abgelehnt.

  • schdephy sagt:

    [..YouTube..] @Shaithe Ja, da hast Du Recht. Verlage gehen ungern Risiken ein, sie drucken lieber den potentiellen nächsten Bestseller anstatt die literarische Weiterentwicklung… Und bieten das, was die Leute ihrer Meinung nach lesen wollen; Altbewährtes.
    Sehr schade drum.
    Btw fand ich “Tribute von Panem” irgendwie erfrischend, auch, wenn es lediglich eine Mischung aus “Herr der Fliegen”, “1984” und “Clockwork Orange” ist und man es nicht wirklich ins Fantasy-Genre stecken kann. :(

  • schdephy sagt:

    [..YouTube..] Ja, da hast Du Recht. Verlage gehen ungern Risiken ein, sie drucken lieber den potentiellen nächsten Bestseller anstatt die literarische Weiterentwicklung… Und bieten das, was die Leute ihrer Meinung nach lesen wollen; Altbewährtes.
    Sehr schade drum.
    Btw fand ich “Tribute von Panem” irgendwie erfrischend, auch, wenn es lediglich eine Mischung aus “Herr der Fliegen”, “1984” und “Clockwork Orange” ist und man es nicht wirklich ins Fantasy-Genre stecken kann. :(

  • schdephy sagt:

    @Shaithe Ja, da hast Du Recht. Verlage gehen ungern Risiken ein, sie
    drucken lieber den potentiellen nächsten Bestseller anstatt die
    literarische Weiterentwicklung… Und bieten das, was die Leute ihrer
    Meinung nach lesen wollen; Altbewährtes. Sehr schade drum. Btw fand ich
    “Tribute von Panem” irgendwie erfrischend, auch, wenn es lediglich eine
    Mischung aus “Herr der Fliegen”, “1984” und “Clockwork Orange” ist und man
    es nicht wirklich ins Fantasy-Genre stecken kann. :(